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Bouncy Annie. Quietschfidel.

Hier ist Sommer. Bei euch auch? Olivia und Jemima sind endlich rundum zufrieden und schlussendlich auch ueberzeugt, dass ich doch ein Maedchen bin, weil ich die letzten Tage endlich auch mal in Rock zur Arbeit angetreten bin. Das war naemlich immer Thema: Annie, warum hast Du nie Roecke an? Hast Du keine? Findest Du Roecke etwa doof? (Dabei herrausfordernd guckend, da ich ja weiss, dass sie nur Roecke traegt) aber auch: Als richtiges Maedchen muss man doch Roecke anziehen und nicht immer bloss Jeans. Mummy macht das doch auch.
Ja, und nun erklaere mal einem vierjaehrigen Maedchen auf dieser Basis, warum man eigentlich keine Roecke anzieht, 24/7. Weil es arschkalt im Winter ist? Kann man nicht sagen. Weil es unbequem ist, staendig aufzupassen, dass man sich nicht im Schneidersitz hinsetzt? ^^ Auch nicht. Dass man findet, dass man keine Rock-Beine hat? Schon gar nicht. Nun denn.
Gestern zumindest hatte ich keinen Rock an, sondern eine knielange, dunkle Jeans. Dazu eine kurzaermelige schwarze Bluse und meine geliebten Perlenohrringe. Nicht zu vergessen, ein dezentes, aber gewinnendes Laecheln, haha. Sehr sittsam. Wieso denn bloss? Ich musste gestern (mit Doreen zusammen) bei einer Tauffeier helfen. Eine Bekannte Joannas hatte gefragt, ob sie mich einen Tag ausleihen darf, weil sie so schwer beeindruckt war von mir, auf der Dinnerparty ; ) und da ich sowieso frei hatte, passte das ganz gut. Um zehn wurden wir per Taxi abgeholt und das vier, fuenf Ortschaften entfernte Sandhurst gebracht. Wir mussten dann fuer 30 Erwachsene und 32 Kinder (!)alles vorbereiten, Glaeser platzieren, Wein entkorken, Tonnen von Eis ueber meterhohe Champagner"kuebel" kippen, Essen vorbereiten, Champanger bereitstellen, Hotdogs fuer die Kinderchen machen und so weiter. Um 12 sind dann alle in die Kirche verschwunden, und wir hatten Zeit, alles fertig vorzubereiten und danach ein bisschen auszuspannen. Erstmal haben wir uns natuerlich das Haus angeguckt. Wieder eins, das einem die Sprache verschlaegt. Gerade erst neugekauft, mit hellem Steinfussboden in Kueche und Dining-Room (wunderschoen) und eingerichtet wie im Impressionen-Katalog. Dazu ein Garten, dessen Groesse sich nur mit einem Fernglas erschliessen wuerde. Fuer die Kinder hatten sie ein "Bouncy Castle" bestellt, also eine Huepfburg. Ausserdem hatten sie ein Trampolin, aber nicht so ein Gammelteil. Nahein. Durchmesser ca. 6 meter, mit einen Netz drumherum und so weiter. Ausserdem mehrere Planschbecken. Kinderparadies! Doreen und ich haben erstmal das Trampolin in Beschlag genommen und eine halbe Stunde nur gehuepft. Wisst ihr, wie anstrengend das ist? Vor allem, weil man die ganze Zeit lachen muss. So sinnlos, als wuerde man morgens um 6 in einem Bett liegen, und nicht einschlafen koennen/moegen, und nicht enden wollende Lachanfaelle bekommen, weil man schon seit Ewigkeiten "Bill and Ben the Flowerpotmen" als Ohrwurm hat. So sinnlos, und wunderwunderschoen.
Dann erst, als ich mir schon beinahe alles Leben ausgehuepft hatte, ist mir erst eingefallen, dass ich noch nie, NIE (zumindest in meinem bewussten Leben) auf einem Bouncy Castle war. Und schon gar nicht ganz fuer mich alleine! Naja, da mussten meine Beine dran glauben, und noch ein bisschen mehr huepfen. Ich habe also in einer dreiviertelstunde meine gesamte Kindheit nachgehuepft ^^ Da verspuert man einen Anflug von Wissen, ueber das Glueck. Wirklich. Springt mal eine viertelstunde mit eurer besten Freundin im Sonnenschein barfuss im Alter von 20 lachend und, jauchzend kann man gar sagen, auf einer Huepfburg. Danach ist die Welt eine andere.
Da hat uns auch der Gedanke, gleich eine ganze Horde steinreicher, partiell arroganter, aber auch einfach durch und durch andersartiger Englaender zu bewirten, nicht mehr viel ausmachen koennen. Tatsaechlich habe ich auch, trotz meiner angeborenen und hartnaeckigen Tollpatschigkeit niemandem irgendetwas ueber das Hemd gegossen, sei es nun Rotwein oder Spargelsosse. Wieder einmal wird man von Wildfremden mit "Darling", "Sweetie" und "Gorgeous" angeredet, aber auch daran hat man sich nach einem halben Jahr England beinahe gewoehnt.
Nach sechs Stunden recht harter Arbeit hat uns dann Andrew, der stolze Papa, nach Hause gefahren. Das Gehalt, dass wir fuer diesen (eigentlich sehr schoenen) Arbeitstag bekommen hatten. bewegt sich ungefaehr in Richtung meines gesamten Wochenlohns. Hat sich also durchaus gelohnt ; ) Ausserdem steht nun auch noch eine Flasche Champagner in meinem Schrank, die als Bonus fungiert hat. Diese wird, falls es vorher nichts zu feiern gibt, an meinem Geburtstag gekoepft. Der ja, wir ihr alle mit Sicherheit aus dem Kopf wisst, schon in noch nicht einmal mehr zwei Wochen sein wird! Freude, Freude. Vor allem, weil ja mein Schwesterherz und mein Adoptiv-Bastian genau an diesem Tag hier ankommen werden.
Nun gut. Nach diesem langen Eintrag hab ich mir ein bisschen Erholung verdient, die ich in Form eines Barbecues am Pool auszuleben gedenke.
Ach, ist das Leben schoen.
15.4.07 12:45
 



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